Elektro & Photovoltaik · Kosten

Was kostet es, die Elektrik zu erneuern?

Alte Leitungen, zu wenige Steckdosen, kein Fehlerstrom-Schutzschalter: In vielen älteren Häusern ist die Elektroinstallation nicht mehr auf heutige Geräte und Sicherheitsstandards ausgelegt. Was es kostet, die Elektrik zu erneuern, hängt vor allem von der Wohnfläche, dem gewünschten Ausstattungsniveau und davon ab, wie viele Wände dafür geöffnet werden. Hier finden Sie Preisspannen aus zitierfähigen Quellen, die Kosten für Grundnetz und Zählerschrank und die Punkte, die ein Angebot vergleichbar machen. Für ein konkretes Angebot wählen wir einen Fachbetrieb für Elektro & Photovoltaik aus, der sich die Anlage vorher ansieht.

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Elektrik erneuern: Kosten im Überblick

Für die komplette Erneuerung der Elektrik nennt die Sparkassen-Finanzgruppe je nach Aufwand circa 100 bis 170 Euro pro Quadratmeter, die LBS für die Erneuerung im Rahmen einer Kernsanierung 110 bis 170 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Für ein Haus mit 120 Quadratmetern ergibt die Spanne von 100 bis 170 Euro rechnerisch 12.000 bis 20.400 Euro. Die Einzelwerte für Grundnetz und Wohnungsinstallation sind Angaben des Fachportals haustec.de (Stand der Seite 10/2025, ohne Angabe des Erhebungsjahrs) und umfassen Material und Arbeit.

PostenKostenspanneQuelle
Erneuerung der Elektrik je m² Wohnfläche100 – 170 €[1]
Erneuerung der Elektrik bei einer Kernsanierung je m² Wohnfläche110 – 170 €[2]
Haus mit 120 m² (Rechnung aus der Spanne je m²)12.000 – 20.400 €[1]
Grundnetz im Einfamilienhaus (Hauptleitung, Zählerschrank, Verteiler) (Angabe haustec, Stand 10/2025)ca. 3.000 €[3]
Grundnetz im Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen (Angabe haustec, Stand 10/2025)ca. 8.000 €[3]
Elektroinstallation einer Wohnung ab Sicherungskleinverteiler (Angabe haustec, Stand 10/2025)1.500 – 6.000 €[3]
Arbeiten am Zählerschrank für einen digitalen Zählerbis zu 2.000 €[4]

Die Preise für Elektro-, Sicherheits- und informationstechnische Anlagen an Wohngebäuden lagen laut Statistischem Bundesamt im Mai 2026 um 6,4 % über dem Vorjahresmonat. Richtwerte ohne Erhebungsjahr bilden diese Entwicklung nicht unbedingt ab.

Wann eine neue Elektroinstallation ansteht

Nach Angaben des Fachportals haustec.de entspricht eine Elektroinstallation nach 30 bis 40 Jahren in der Regel nicht mehr den geltenden Standards und Sicherheitsvorgaben. Typische Anzeichen sind zweiadrige Leitungen ohne Schutzleiter, Schraubsicherungen statt Leitungsschutzschaltern, fehlende Fehlerstrom-Schutzschalter in Bad und Außenbereich sowie Mehrfachsteckdosen, weil es zu wenige Anschlüsse gibt. Dazu kommen neue Verbraucher wie Wärmepumpe, Wallbox, Induktionsherd oder Photovoltaikanlage, für die alte Zuleitungen und Verteiler oft nicht ausgelegt sind. haustec.de weist darauf hin, dass eine komplette Erneuerung häufig günstiger ist als eine Erweiterung, bei der verschlissene Altkomponenten im Netz bleiben. Wer ohnehin Böden, Bäder oder Grundrisse ändert, verbindet die neue Elektrik sinnvollerweise mit diesen Arbeiten, denn dann sind Wände und Estrich bereits offen. Was bei einer kompletten Modernisierung des Hauses insgesamt anfällt, beschreibt die Übersicht Kernsanierung Kosten. Ob eine Teilerneuerung genügt oder das ganze Haus neu verkabelt werden sollte, lässt sich erst nach einer Prüfung der bestehenden Anlage beurteilen.

Zählerschrank erneuern: Kosten und Anlässe

Häufig geht es zuerst um den Zählerschrank. Anlass ist oft der Einbau eines digitalen Stromzählers oder eines intelligenten Messsystems. Laut ADAC können für Arbeiten am Zählerschrank je nach Aufwand bis zu 2.000 Euro anfallen; nach ersten Erfahrungen der Messstellenbetreiber ist ein Umbau bei etwa einem Viertel aller Haushalte nötig, besonders in Häusern, die vor 1965 gebaut wurden. Die Verbraucherzentrale spricht von Mehrkosten von bis zu mehreren tausend Euro, wenn für den neuen Zähler ein Umbau notwendig ist. Ein neuer Zählerschrank ist auch dann ein Thema, wenn eine Photovoltaikanlage, ein Speicher, eine Wärmepumpe oder eine Wallbox angeschlossen werden soll, weil dafür zusätzliche Zählerplätze, Schutzeinrichtungen und Platz im Verteiler gebraucht werden. Was die Ladestation selbst kostet, erklärt die Übersicht Wallbox Kosten. Für die Planung hilft es, solche Vorhaben gleich mitzunennen, damit der Schrank nur einmal umgebaut wird.

Elektroinstallation Kosten: was den Preis bestimmt

Den größten Unterschied machen Ausstattung und Aufwand in der Wand. Die RAL-RG 678, auf die haustec.de verweist, unterscheidet drei Ausstattungswerte: Mindest, Standard und Komfort. Sie legen fest, wie viele Steckdosen, Lichtauslässe und Anschlüsse je Raum vorgesehen sind; jede zusätzliche Dose bedeutet Material, Schlitz und Arbeitszeit. Bei Schaltern und Steckdosen reicht die Bandbreite vom Standardprogramm bis zu deutlich teureren Designserien. Ein weiterer Faktor ist die Frage, ob Leitungen unter Putz in neue Schlitze gelegt werden oder in vorhandenen Rohren getauscht werden können. Unter Putz verlegte Leitungen bedeuten Stemm-, Putz- und Malerarbeiten, die oft andere Gewerke übernehmen und die im Elektroangebot nicht enthalten sind. Wer eine Gebäudesystemtechnik für Licht, Beschattung und Heizung plant, liegt deutlich höher: haustec.de nennt (Stand der Seite 10/2025) für eine konventionelle Elektroinstallation im Eigenheim ca. 5.000 Euro, für eine komplette KNX-Installation durchschnittlich 20.000 Euro. Leuchten und Haushaltsgeräte sind in den genannten Richtwerten nicht enthalten.

So wird das Angebot vergleichbar

Ein seriöses Angebot für eine neue Elektrik setzt voraus, dass die bestehende Anlage angesehen wurde. Hilfreich sind ein Grundriss mit Raumgrößen, eine Liste der gewünschten Steckdosen, Lichtauslässe und Netzwerkdosen je Raum sowie Fotos von Zählerschrank und Unterverteilung. Nennen Sie auch geplante Großverbraucher wie Wärmepumpe, Wallbox, Durchlauferhitzer oder Photovoltaik, denn sie bestimmen die Größe von Zuleitung und Verteiler. Beim Vergleich lohnt der Blick auf die Positionen: Ist das Stemmen und Schließen der Schlitze enthalten, wer entsorgt alte Leitungen, sind Zählerschrank, Überspannungsschutz und Prüfprotokoll eingerechnet? Je genauer Umfang und Ausstattung beschrieben sind, desto weniger Nachträge entstehen später. Wenn Sie uns Ihr Vorhaben schildern, wählen wir einen passenden Fachbetrieb aus, der sich bei Ihnen meldet und den Aufwand vor dem Angebot prüft.

Häufige Fragen

Kann man die Elektrik erneuern, während man im Haus wohnt?

Grundsätzlich ja, wenn Raum für Raum gearbeitet wird und die Stromversorgung abschnittsweise erhalten bleibt. Durch Stemmarbeiten entstehen allerdings Staub und Lärm, deshalb wählen viele Eigentümer dafür den Zeitraum vor dem Einzug oder eine größere Renovierung.

Was kostet die Elektrik für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern?

Bei 100 bis 170 Euro je Quadratmeter ergibt sich rechnerisch eine Spanne von 15.000 bis 25.500 Euro. Der tatsächliche Preis hängt von Ausstattung, Zustand der Wände und dem Zählerschrank ab.

Muss der Zählerschrank immer mit erneuert werden?

Nicht immer. Ein Umbau wird vor allem dann nötig, wenn für einen digitalen Zähler, eine Photovoltaikanlage oder eine Wallbox Platz oder Schutzeinrichtungen fehlen; das zeigt sich bei der Prüfung der Anlage.

Wie lange hält eine Elektroinstallation?

Die Bausparkasse Schwäbisch Hall nennt für die Elektrik eine Lebensdauer von bis zu 40 Jahren. Danach entspricht die Anlage häufig nicht mehr dem Stand der Technik, auch wenn sie noch funktioniert.

Wer trägt die Kosten, wenn der Zählerschrank für einen Smart Meter umgebaut werden muss?

Laut ADAC tragen die Kosten für Erweiterung oder Austausch des Zählerschranks die Eigentümer der Häuser und Wohnungen; Mieter dürfen dafür nach ADAC nicht zur Kasse gebeten werden. Der Pflichteinbau des Zählers selbst ist nach ADAC darüber hinaus kostenfrei.

Konkretes Angebot für Ihr Vorhaben

Kostenspannen ersetzen kein Angebot. Schildern Sie uns kurz, was geplant ist – wir wählen einen passenden Fachbetrieb aus, der sich bei Ihnen meldet und vor einem Angebot den Aufwand am Objekt prüft. Für Sie ist unser Service kostenlos und unverbindlich. Die Kosten tragen die Fachbetriebe.

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Quellen

  1. Sparkassen-Finanzgruppe (sparkasse.de): Kostenüberblick: Modernisierung, Sanierung und Renovierung, abgerufen am 02.10.2026
  2. LBS (Stand 28.09.2026): Kernsanierung: Kosten, Dauer und Ablauf, abgerufen am 02.10.2026
  3. haustec.de (aktualisiert 16.10.2025): Elektrik erneuern: Kosten im Altbau, abgerufen am 02.10.2026
  4. ADAC (Stand 21.08.2026): Smart Meter: Das müssen Haushalte für den digitalen Stromzähler zahlen, abgerufen am 02.10.2026
  5. Verbraucherzentrale Bundesverband: Smart Meter: Was Sie über die Stromzähler wissen müssen, abgerufen am 02.10.2026
  6. Bausparkasse Schwäbisch Hall: Kernsanierung: Maßnahmen, Kosten, Finanzierung, abgerufen am 02.10.2026
  7. Statistisches Bundesamt: Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026: +5,0 % gegenüber Mai 2025, abgerufen am 02.10.2026

Alle Preise sind Spannen aus den genannten Quellen zum Abrufdatum, keine Angebote. Tatsächliche Kosten hängen vom Gebäude, vom Umfang und von der Region ab.