Neubau & Rohbau · Kosten

Was kostet es, ein Haus zu bauen?

Wer ein Haus bauen will, braucht früh eine belastbare Vorstellung davon, welche Kosten auf ihn zukommen – lange bevor Pläne und Angebote vorliegen. Die Gesamtsumme setzt sich aus Grundstück, Rohbau, Ausbau, Hausanschlüssen, Außenanlagen und Baunebenkosten zusammen, und jeder dieser Blöcke schwankt mit Größe, Bauweise und Baugrund. Hier finden Sie Richtwerte aus Statistik, Bausparkassen und Banken sowie die Faktoren, die den Preis am stärksten verschieben. Für den Rohbau oder ein ganzes Neubauvorhaben wählen wir auf Ihre Anfrage einen Fachbetrieb für Neubau & Rohbau aus, der sich bei Ihnen meldet.

Anfrage kostenlos stellen

Hausbau Kosten im Überblick

Die Bausparkasse Schwäbisch Hall rechnet in einer Tabelle, die sie Wohnglück.de entnimmt, für ein durchschnittlich ausgestattetes Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern Wohnfläche mit Gesamtkosten von rund 3.360 bis 3.600 Euro je Quadratmeter, also etwa 450.000 Euro ohne Grundstück. Darin enthalten sind Herstellungskosten, Hausanschlüsse, Außenanlage und Baunebenkosten. Die übrigen Zeilen zeigen einzelne Bausteine aus weiteren Quellen; sie beziehen sich teils auf die Wohnfläche, teils auf die Bruttogrundfläche und sind deshalb nicht direkt addierbar.

PostenKostenspanneQuelle
Gesamtkosten Hausbau je m² Wohnfläche (Einfamilienhaus, 130 m²)ca. 3.362 – 3.604 €[1]
Einfamilienhaus mit 130 m² Wohnfläche, ohne Grundstückca. 437.000 – 468.500 €[1]
Herstellungskosten je m² Wohnflächeca. 2.615 – 2.808 €[1]
Bauwerkskosten Neubau je m² Bruttogrundfläche (BKI)2.765 €[4]
Veranschlagte Baukosten bei Genehmigung je m², 2024 (nach Destatis, zitiert von Schwäbisch Hall)2.611 €[5]
Rohbau je m² Wohnfläche (Angabe Schwäbisch Hall)1.000 – 1.500 €[1]
Rohbau je m² Wohnfläche (Massivhaus, Angabe Commerzbank)1.500 – 2.000 €[3]
Bodenplatte15.000 – 25.000 €[3]
Keller (zusätzlich)30.000 – 60.000 €[3]
Hausanschlüsse (Beispiel 130 m²)ca. 12.000 €[1]
Baunebenkosten15 – 20 % der Baukosten[2]
Bodengutachtenca. 1.200 – 2.000 €[2]
Baureifes Grundstück, Bundesdurchschnitt je m² (Angabe Schwäbisch Hall, Stand 02/2025)rund 240 €[1]

Die Werte stammen überwiegend aus den Jahren 2024 und 2025. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude im Mai 2026 um 5,0 % über dem Vorjahresmonat, Rohbauarbeiten um 4,9 % und Ausbauarbeiten um 5,1 %. Diese Entwicklung ist in älteren Richtwerten nicht enthalten.

Woraus sich die Baukosten zusammensetzen

Die größten Blöcke sind Rohbau und Ausbau. Zum Rohbau gehören Erdarbeiten, Bodenplatte oder Keller, Mauerwerk, Decken, Treppen und der Dachstuhl – also alles, was die tragende Hülle bildet. Für den Rohbau nennen die Quellen unterschiedliche Werte: Schwäbisch Hall 1.000 bis 1.500 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, die Commerzbank für ein Massivhaus meist 1.500 bis 2.000 Euro; nach Commerzbank macht der Rohbau in der Regel 40 bis 50 Prozent der gesamten Baukosten aus. Danach folgen Fenster und Türen, Elektro-, Sanitär- und Heizungsinstallation, Estrich, Putz und Bodenbeläge; für diesen Innenausbau nennt Schwäbisch Hall 500 bis 1.000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Hinzu kommen die Hausanschlüsse für Wasser, Abwasser, Strom und Telekommunikation sowie die Außenanlage mit Zufahrt, Wegen und Terrasse. Wie sich Anschlussgebühren und Erdarbeiten zusammensetzen, erklärt die Übersicht Hausanschluss Kosten. Weil die Quellen ihre Werte unterschiedlich abgrenzen, lohnt beim Vergleich immer der Blick darauf, ob Keller, Außenanlage und Nebenkosten enthalten sind.

Baunebenkosten und Grundstück

Neben dem eigentlichen Gebäude fallen Kosten an, die oft unterschätzt werden. Schwäbisch Hall setzt für Baunebenkosten etwa 15 bis 20 Prozent der Baukosten an. Dazu zählen unter anderem Planung, Bauantrag und Baugenehmigung, Vermessung, Bodengutachten, Versicherungen und gegebenenfalls ein Gutachter, der den Baufortschritt begleitet. Für das Bodengutachten nennt die Bausparkasse bei Baukosten von 400.000 Euro etwa 1.200 bis 2.000 Euro, für die Vermessungsarbeiten rund 2.500 Euro. Das Grundstück ist der Posten mit der größten regionalen Spannweite: Für baureifes Land nennt dieselbe Quelle Preise zwischen 50 und 1.300 Euro je Quadratmeter bei einem Bundesdurchschnitt von rund 240 Euro. Beim Kauf kommen Erwerbsnebenkosten hinzu, die Schwäbisch Hall mit rund 15 Prozent der Grundstückskosten angibt. Ist das Grundstück noch nicht erschlossen, entstehen zusätzlich Erschließungs- und Anschlusskosten, über deren Höhe die Gemeinde Auskunft gibt.

Keller oder Bodenplatte: die erste große Entscheidung

Ob das Haus auf einer Bodenplatte steht oder einen Keller bekommt, verändert das Budget deutlich. Die Commerzbank veranschlagt für eine Bodenplatte meist 15.000 bis 25.000 Euro, für einen Keller je nach Ausführung zusätzlich 30.000 bis 60.000 Euro. Ein Keller schafft dafür Abstell- und Technikfläche, die ohne ihn im Erdgeschoss oder in einem Nebengebäude eingeplant werden muss. Den Ausschlag geben oft der Baugrund und das Grundwasser: Bei Hanglage, wenig tragfähigem Boden oder hohem Wasserstand steigen Aufwand für Aushub, Abdichtung und Dämmung. Welche Posten bei der Platte selbst anfallen, zeigt die Übersicht Bodenplatte Kosten. Ein Baugrundgutachten vor der Planung schafft hier die Grundlage für belastbare Mengen und Preise.

Was den Preis am stärksten treibt

Neben der Wohnfläche bestimmen vor allem Form, Ausstattung und Bauweise den Preis. Ein kompakter Baukörper mit einfachem Dach hat weniger Außenwand- und Dachfläche als ein Haus mit Erkern, Gauben und Versprüngen. Hochwertige Fenster, Bäder und Bodenbeläge heben die Kosten im Ausbau, ebenso eine aufwendige Haustechnik. Nach Angaben des Baukosteninformationszentrums Deutscher Architektenkammern, zitiert von der LBS, lagen die Bauwerkskosten für einen Neubau bei 2.765 Euro je Quadratmeter Bruttogrundfläche. Die Statistik zeigt zudem, wie stark die Baukosten über die Jahre gestiegen sind: Die bei Baugenehmigungen veranschlagten Kosten lagen nach Daten des Statistischen Bundesamtes, zitiert von Schwäbisch Hall, 2005 bei 1.233 Euro und 2024 bei 2.611 Euro je Quadratmeter. Für Ihr Budget heißt das: Richtwerte helfen bei der ersten Einordnung, ein Angebot auf Basis einer Ausführungsplanung und eines Leistungsverzeichnisses ersetzen sie nicht.

Häufige Fragen

Was kostet ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern?

Schwäbisch Hall nennt für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche insgesamt 400.000 bis 600.000 Euro, inklusive Grundstück und Nebenkosten. Die Spanne ergibt sich vor allem aus Grundstückspreis und Ausstattung.

Wie hoch sind die Baunebenkosten beim Hausbau?

Als Faustwert gelten 15 bis 20 Prozent der Baukosten, bei 400.000 Euro Baukosten also bis zu 60.000 Euro. Planungskosten eines Architekten sind in dieser Aufstellung der Bausparkasse nicht enthalten.

Ist eine Doppelhaushälfte günstiger als ein freistehendes Haus?

Laut Schwäbisch Hall kann eine Doppelhaushälfte im Bau um bis zu 25 Prozent günstiger sein als ein Einzelhaus, weil weniger Außenfläche entsteht und Komponenten gemeinsam genutzt werden können.

Warum weichen die Quadratmeterpreise je nach Quelle so stark ab?

Manche Werte beziehen sich auf die Wohnfläche, andere auf die Bruttogrundfläche; manche enthalten Nebenkosten, Keller oder Außenanlage, andere nicht. Vergleichen Sie deshalb immer, welche Leistungen ein Wert umfasst.

Sind die Preise in Baden-Württemberg anders?

Die genannten Werte sind bundesweite Richtwerte. Grundstückspreise, Lohnkosten und Baugrund unterscheiden sich regional deutlich, deshalb ist ein Angebot auf Basis Ihrer Planung maßgeblich.

Konkretes Angebot für Ihr Vorhaben

Kostenspannen ersetzen kein Angebot. Schildern Sie uns kurz, was geplant ist – wir wählen einen passenden Fachbetrieb aus, der sich bei Ihnen meldet und vor einem Angebot den Aufwand am Objekt prüft. Für Sie ist unser Service kostenlos und unverbindlich. Die Kosten tragen die Fachbetriebe.

Anfrage kostenlos stellen

Quellen

  1. Bausparkasse Schwäbisch Hall (aktualisiert 12.02.2025; Kostentabelle nach Wohnglück.de, Impleco GmbH, Darlehensvermittler): Baukosten: Wie viel kostet ein Hausbau?, abgerufen am 02.10.2026
  2. Bausparkasse Schwäbisch Hall (aktualisiert 09.07.2025): Baunebenkosten, abgerufen am 02.10.2026
  3. Commerzbank: Kosten eines Rohbaus in der Übersicht, abgerufen am 02.10.2026
  4. LBS Infodienst Bauen und Finanzieren, 13.05.2025 (Werte: BKI): Ausbauen, aufstocken, anbauen – Wohnraumpotenzial in deutschen Städten, abgerufen am 02.10.2026
  5. Bausparkasse Schwäbisch Hall (Daten: Statistisches Bundesamt, aktualisiert 28.08.2026): Baupreise: Baukosten pro Quadratmeter, abgerufen am 02.10.2026
  6. Statistisches Bundesamt: Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026: +5,0 % gegenüber Mai 2025, abgerufen am 02.10.2026

Alle Preise sind Spannen aus den genannten Quellen zum Abrufdatum, keine Angebote. Tatsächliche Kosten hängen vom Gebäude, vom Umfang und von der Region ab.